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Hilfe bei der Waldarbeit

Rückblickend schaue ich mir die Dezember Woche an. Die Zeit vom

7.12.-11.12.15 auf dem Platz des Friedens mit Rolf , Malgorzata , Thomas , Bernd , Philipp, Evander, Jürgen, Karin, Jost, Giesela, Sebastian, Michael, Conny (hoffentlich habe ich niemanden vergessen)

Waldwoche 9

 

Vor ungefähr 3 Monaten, Mitte Oktober wurde eine Baumfällaktion auf dem Gelände „Platz des Friedens“  bei Rolf geplant.

Der Zeitpunkt stand fest und viele Menschen fanden sich, um etwas gemeinsam zu bewegen. Vor allem, fast alle Mitglieder des Integral Vereins, der mit kleinen Schritten Bewegung in die Gegend von Lübtheen bringt. Die Griese Gegend.

Vorbereitungen wurden getroffen. Geräte und Motorsägen wurden besorgt, wie auch für Übernachten und für das leibliche Wohlbefinden wurde gesorgt.

Für mich stieg die Vorfreude von Tag zu Tag an, weil ich mich auf die Menschen, auf das gemeinsame Tun und auch auf die Zeit mit ihnen zu verbringen, riesig gefreut habe. Von Hamm bis nach Lübtheen sind knappe 400 km. EinWaldwoche 6e lange Strecke, die ich immer wieder vor mir habe. Diesmal war meine Fahrt umso angenehmer, weil eine Freundin mit mir mitgefahren ist. Conny war neugierig und interessiert, was in der Gegend passiert und was mich immer wieder dahin zieht. So hatte ich noch einen Grund mehr mich zu freuen, die Autofahrt und meine gelebten Erfahrungen mit Conny zu teilen. Begeisterung ist mein Antrieb und Freude mein Lebenselixier.

Waldwoche 1

Alles war vorbereitet. So sind wir am 7.12. Abends in Lübtheen angekommen. Wir wurden von allen, die schon vor Ort waren herzlich begrüßt. Der erste Tag, der Baumfällwoche war nun um. Um den Kamin saßen alle, die an dem Tag fleißig mitgewirkt haben. Jeder genoss den aufgeheizten Raum im Gartenhaus und ließ den Tag gemütlich ausklingen. Der Blick in die Runde zeigte mir freudige und zufriedene Gesichter. Für den kommenden Tag wurde einiges geplant und nach regem Austausch, war es Zeit ins Bett zu gehen um am nächsten Morgen voller Kraft miteinander anzupacken. Dienstag Morgen war das Wetter wie auf Bestellung. Sonnig und knackig kalt. Gute Laune und Freude haben uns den ganzen Tag begleitet.

Nach einem ausgiebigem Frühstück haben sich kleine Gruppen gebildet, wo jeder für sich organisiert hat, was er am besten kann und welche Aufgaben er als Mitwirkender, verantwortungsvoll übernehmen kann, ohne vorher alles perfekt geplant zu haben. Was wirklich wichtig war, wurde angesprochen und alles andere organisierte sich fast von allein. Insgesamt waren wir 12 Menschen und jeder von uns brachte in diesen Tagen sein volles Potenzial mit.

Karin und Gisela , die zum ersten Mal zu uns kamen, haben sich mit allem was sie haben, voll und ganz engagiert. Und obwohl es Gisela in den Tagen gesundheitlich nicht gut ging, möchte ich ihr meine Anerkennung teilen.

Wir befanden uns in einem Energiefeld, wo jeder für sich selbst, für sein Tun und auch für alles was um uns geschah, verantwortlich war.

Jeder von uns hat achtsam und rücksichtsvoll aufgepasst, dass niemandem etwas passiert, dass alles gut geht. Es war uns allen wichtig, dass die Bäume in die richtige Richtung fallen und somit kein Schaden auf dem Platz des Friedens, wie auch bei den Nachbarn entsteht. Ein zusammen wirken, wo alles zu einem miteinander, aneinander, ineinander floss. Um diese Woche mit einfachen Worten und kurz zu beschreiben: es war alles erdenkliche im Fluss. Unsere Männer haben großartig gearbeitet. Das Geräusch der Motorsägen hallte in der ganzen Umgebung und die vorher markierten Bäume fielen nacheinander um. Ein gewaltiges und schönes Bild zu gleich war das. Aus einer sicheren Entfernung das Holzfäller Spiel zu beobachten, wie ein ca.25m oder noch größerer Baum zu Boden fällt, ist ein großartiges Erlebnis. Außer dem Gartenzaun( ein Teil gehört dem Nachbar ) und dem Briefkasten , ist alles andere heil geblieben und wir alle auch. Was für ein Glück! Es war ganz klar, dass Bäume fällen die Aufgabe unserer Männer war. Die Baumkronen mit großen und kleinen Ästen wurden mit Krach zerkleinert, um das Kleinholz zusammen auf vorgegebene Lagerplätze zu schaffen. Für diesen Teil der Aufgaben fühlten wir Frauen uns zuständig. Fleißig wie Ameisen haben wir alle gemeinsam die Plätze freigeräumt, bis der nächste Baum fallen konnte. Auch wenn es körperlich für alle sehr anstrengend war, hat uns alle, die freudige und gelassene Stimmung bis zum letzten Tag begleitet. Mittags haben wir Frauen für eine Pause gesorgt, wo Nüsse, selbst gemachter Kuchen und Obst, beim heißen Ingwerwasser, Tee und Kaffee, für einen Energieschub sorgten, bis wir uns alle wieder auf ein warmes und deftiges Abendessen gefreut haben. Nun war der zweite Tag fast um. Beim Essen wurde es sehr gesellig. Wir haben viel gelacht und uns viele schöne Geschichten und Erlebnisse erzählt. Es wurde aus den tiefen Ecken geplaudert und persönliches mitgeteilt. Auch wenn wir noch nicht genau wissen, was vor Ort und in Lübtheen wachsen will, so haben uns die Tage sehr verbunden, weil wir ein Ziel für diese Woche hatten und wir wollten es gemeinsam tun. So entstand das unvergleichbare Gefühl einer tiefen Verbundenheit, des Miteinander. Bei mir hat es tiefe Spuren hinterlassen.

Eine ganz eigene und uns vertraute, nur nicht vom Verstand zu verstehen, neue Ordnung entstand. Völlig frei und doch gewollt. Nach dem Abendessen wurde gemeinsam abgeräumt, die Küche sauber gemacht und schließlich der angebrochene Abend mit Träumen, interessanten Gesprächen und Austausch beim Kaminfeuer verbracht. Für manche von uns wurde es spät an dem Abend und andere wieder, haben einen wohligen Schlaf gefunden. Vorfreude auf Morgen. Am Mittwoch sind wir zu 10 auf dem Gelände geblieben. Sebastian und Philipp haben sich an dem Tag anderen Aufgaben widmen können. Wir, die vor Ort noch geblieben waren, hatten genug zu tun, zB. das Kleinholz dorthin zu transportieren, wo es direkt kleingemacht und gestapelt wurde. Um ein bisschen Abwechslung in den Tag einzuladen, ergab sich ein Ausflug in das von unserem Verein neu erworbene Haus in der Salzstraße und in die Brömsenberger Mühle. Orte, wo demnächst viel Neues statt finden wird.

Dieser Tag war zum Aufatmen da. Da war noch etwas. Tagsüber haben wir Thomas und auch Gisela vermisst. Die beiden haben sich zurückgezogen und nahmen die Zeit jeder für sich, wie sie es brauchten. Auch dafür gab es einen Raum. Für den Abend haben wir Musik und Tanzen eingeplant. Ein lebendig gestaltetes Abendprogramm. Unter den Mitgliedern im Integral Verein haben wir Musiker, die sich hauptsächlich traditioneller Musik widmen und sie mit Herzblut nach außen tragen. Philipp und Barnaby bauen ihre Instrumente, wie Dudelsack und Drehleier in deren Werkstatt in der Brömsenberger Mühle selbst. Es ist nicht nur das Spielen, was die beiden begeistert. Sie tanzen auch genauso gut wie sie spielen, eben mit der ganzen Seele. Die beiden brachten uns an dem Abend einige verschiedene Tänze bei. Polka und Masurka waren auch dabei.

Traditionelle Tanzmusik war angesagt. Die Atmosphäre war einladend um mitzumachen. Für mich und für viele andere, die es noch nicht kannten, war es eine Herausforderung, den Rhythmus und die Schritte geschmeidig zu verfolgen. Es war nicht perfekt, dafür hat es den Tänzern und den Musikern umso mehr Spaß und Freude bereitet. Eine andere Art von Musik, die verbindet. Die beiden tun es mit solch einer Hingabe, dass es mir beim zuschauen ganz warm ums Herz wird. Nach viel Bewegung neigte sich auch der Abend dem Ende zu und die meisten gingen erschöpft, jeder in sein Nest um Kraft für noch kommende 2 Tage, zu sammeln. Am Donnerstag morgen haben wir Karin und Gisela verabschiedet, da die beiden eine lange Reise nach Hause vor sich hatten. Philipp und Sebastian waren an dem Tag wieder dabei und es ging sehr zügig los. Die Bäume fielen einer nach dem anderen auf die Erde, verursachten kurzfristig ein kräftiges Beben, danach eine sehr kurze stille Pause, bis alle von uns auf ein Kommando losgegangen sind um das gerade geschehene Chaos zu beseitigen. Die Stimmung war bei allen gut und es war wieder ein sehr erfolgreicher Tag, an dem wir alle dazu fleißig beigetragen haben. Am Platz des Friedens wurde es immer lichter. Viele andere Bäume bekommen einen großzügigen Raum um sich zu entfalten. Für die Mittagspause haben wir gesorgt und für eine leckere Abendmahlzeit auch. Auf dem Abendprogramm stand die Sitzung unseres Verein Integral e.V. an und ein kleiner Rückblick auf die letzten 4 Waldtage.

Unsere Vereinssitzung fand erfolgreich ihr Ende und wir haben 2 neue Mitglieder dazu gewonnen. Die Zahl der Mitglieder im Verein wächst langsam und mit ihm auch die Aufgaben. Lebendigkeit und ein guter kommunikativer Austausch finden dort statt. Diesen Abend begleitete eine feierliche und gemütliche Stimmung. Zeit zum Feiern. Am Feuer fand jeder von uns einen bequemen Platz. Wir rückten alle zusammen. Es entstand eine unausgesprochene Nähe und Verständnis füreinander. Auch wenn der eine, oder der andere von uns eine andere Sichtweise hat und verschiedene Meinungen geäußert wurden, so war das alles willkommen, gerade weil wir so unterschiedlich sind und dazu beitragen, dass eine andere, ich will jetzt nicht sagen eine neue, eben eine andere Lebens und Kommunikationskultur hier vor Ort entsteht. Uns ist es möglich sich aufeinander einzulassen und uns mitzuteilen, mit allem was jeder von uns bringt, ohne sofort zu urteilen. So entstand ein wundervoller, warmer mit Geborgenheit gefüllter Raum, in dem vieles möglich ist. Diesen Raum mit vielen gleichgesinnten zu teilen ist ein wahrer Segen, weil wir alle gemeinsam viel bewegen können und auf unserem Weg auch umsetzten werden.

Was mich in den vergangenen Tag am meisten begeistert hat war, dass jeder von uns in der Woche das eingebracht und gezeigt hat, was er am besten kann. Die ganze Woche lang wurde das unausgesprochen von allen anderen unterstützt und noch mehr aufgebaut. All das hinterlässt bei mir einen sehr großen Eindruck und lässt mich auf noch mehr in dieser Form hoffen. Ich hoffe, dass ich in meiner Erzählung auch eure Zustimmung bekomme. Ich könnte noch detailliert erzählen, wer was dazu beigetragen hat, dass diese Woche so großartig war. Es würde zu weit führen. Das was wir miteinander erlebt haben, all die Erfahrungen, die wir miteinander teilen durften verbinden uns und lassen unsere Träume wahr werden. Träume und Vorstellungen von einem herzlichen Miteinander, von einer Gemeinschaft, die wie eine Familie ist. Wo jeder sich willkommen und auch angenommen fühlt, so wie er ist. Gemeinsame kleine und große Aktionen und die Intention, dass wir füreinander da sind, dafür zu sorgen, dass es jedem einzelnen von uns gut gehen darf. Das hier ist unser Leitfaden und gleichzeitig unsere Vision. Der Freitag rückte näher und Restarbeiten wurden verrichtet. Im Wald ist noch viel liegen geblieben, was bis zum nächsten Mal warten kann. Beim Umschauen und die Tage Revue passieren lassen war uns bewusst, was wir alles in dieser Zeit gestemmt haben. Dankbarkeit erfüllte unsere Stimmung…..

Waldwoche 8

 

Ein wenig erschöpft, haben wir uns auf die letzte, gemeinsame warme Mahlzeit gefreut. Gekrönt von frisch gebackenen Weihnachtsplätzchen, fand beim Essen eine kurze Feedback Runde statt. Der Humor und viel Zuversicht zeigten Vorfreude auf das nächste Zusammentreffen. Die Fünf Tage voller Intensität waren nun vorbei und die Rückkehr nach Hause kam schneller für uns als gedacht. Herzlichkeit und Menschlichkeit sind Erinnerungen die für uns lebendig bleiben und die ein in uns vertrautes Gefühl von Geborgenheit immer wieder wecken werden.

 

Ich freue mich sehr, hier wieder über die Neuigkeiten und das Wachstum unseres Vereins zu berichten. Bis dahin wünsche ich jedem, der diese Seite gefunden hat, ein glückliches Herz und eine schöne Zeit.

Malgorzata Syskowski

Waldwoche 5